Kurzschwert, wohl Spundbajonett, Messing-Parierstange mit Amoretten, Königskopfmarke, Lederscheide
Stahl, Messing, Holz und Leder. Kurzschwert in der Form eines Spundbajonetts, wohl für die Jagd. Breite, zweischneidige, spitz zulaufende Klinge mit kräftiger Fehlschärfe, dort zwei eingeschlagene Marken: eine gekrönte Königskopfmarke (Solinger Typ), und darunter eine geschlängelte Marke mit Stern. Das Gefäß aus Messing, die Parierstange beidseitig als liegende Amorette mit Köcher auf dem Rücken gegossen, darüber die profilierte Messingzwinge. Der dunkle, gedrechselte Holzgriff mit kugeligem Absatz über der Zwinge, zum Ende hin verjüngt, das Endstück aus Messing mit kleiner figürlicher Bekrönung. Dazu die Lederscheide mit Messingmundblech und Messingortband, rückseitig mit Kreuznaht geschlossen. Altersgemäßer Zustand, die Klinge fleckig und narbig, die Scheide berieben. Bitte besichtigen. L. mit Scheide 47 cm, Klingenlänge 37,5 cm
Das Spundbajonett wurde mit dem Griff in die Mündung der Muskete oder Flinte gesteckt; der kugelige Absatz am Griff begrenzt die Einstecktiefe, und der zum Ende hin verjüngte Griff sitzt im Lauf fest. Militärisch wurde die Form um 1700 vom Tüllenbajonett abgelöst, im Jagdgebrauch blieb sie bis zum Ende des 18. Jh. üblich: Der Jäger trug das Stück als Dolch am Gürtel und konnte es zum Abfangen des Wildes auf die Flinte setzen. Die Königskopfmarke ist eine seit dem 16. Jh. in Solingen geführte Klingenmarke der Familie Wundes, die vielfach übernommen und kopiert wurde. Eingeschlagene Marken an der Fehlschärfe sind für die Zuordnung eines Stücks das wichtigste Merkmal und werden von Sammlern gezielt gesucht.