Freimaurermedaillon der Warschauer Loge Les Frères Polonais Réunis, Strahlenstern „N“, datiert 1807
Goldfarbenes und silberfarbenes Metall, Freimaurermedaillon, auch Logenbijou, historisches Medaillon aus Warschau, Anfang 19. Jh., freimaurerisch datiert „l'An 5807“ (1807), aufklappbares ovales Medaillon, Schauseite mit breitem goldfarbenem Rand und umlaufender, in Schlaufen und Knoten gelegter Drahtkordel, dunkles Mittelfeld mit aufgelegtem goldfarbenem Strahlenstern, darin der Buchstabe „N“, wohl für Napoleon, darunter eine zweizeilige gravierte Inschrift in Schreibschrift, dazwischen ein aufgelegter Degen mit goldfarbenem Griff, unten zwei einander fassende Hände in goldfarbenem Relief, darunter graviertes Monogramm „F M“ (F∴M∴, freimaurerische Abkürzung für Franc-Maçon, Freimaurer), Rückseite mit glatter ovaler silberfarbener Platte in strichgraviertem Rand, graviert mit Winkelmaß, darin gekreuzt Hammer und Kelle, sowie „F.F Pol∴ reu∴ a l'Or: de Varsovie“, altersgemäßer Zustand, 5,5x4,5 cm (HxB).
Die Loge Les Frères Polonais Réunis (Die vereinigten polnischen Brüder) entstand in Warschau 1807, wenige Monate nach dem Frieden von Tilsit und der Errichtung des Herzogtums Warschau; ihre Mitglieder waren überwiegend Militärs, die in französischen Logen aufgenommen worden waren, und sie stand in enger Verbindung zum Grand Orient de France. Aus diesem Umfeld ging 1810 der Nationale Großorient des Herzogtums Warschau hervor. Die Formel „à l'Orient de Varsovie“ bezeichnet den Sitz der Loge, und die Jahreszahl 5807 folgt der freimaurerischen Zählung Anno Lucis, die dem bürgerlichen Jahr 4000 Jahre hinzufügt. In der polnischen Freimaurerei dieser Jahre herrschte ein ausgeprägter Napoleon-Kult, mit dem sich die Hoffnung auf die Wiederherstellung Polens verband; der Buchstabe N, oft von einem Lorbeerkranz oder einer Krone begleitet, war das verbreitetste Zeichen der napoleonischen Symbolik und wurde auf Medaillen, Geschirr, Möbeln und Textilien angebracht.