Luntenschlossmuskete, jüngerer Nachbau, Spanien, Granada, Achtkantlauf, Fischschwanzkolben
Eisen und Nussbaum, Luntenschlossmuskete, jüngerer Nachbau nach Art der Musketen des 16./17. Jhs., Vorderlader, Spanien, Granada, Kaliber 17,5 mm. Achtkantlauf mit achteckig verstärktem Mündungskopf, darunter der Ladestock mit konischer Spitze in der Schaftnut, Vollschaft aus Nussbaum mit breiter messingfarbener Manschette im Rautenmuster am Vorderschaft. Luntenschloss mit Luntenhahn (Serpentine) mit Tierkopf und Luntenklemme, hinten an der flachen, rechteckigen Schlossplatte angelenkt, seitlich am Lauf die Pfanne mit schwenkbarem, blütenförmig ausgeschnittenem Pfannendeckel, Abzugshebel mit langem Drahtbügel, Fischschwanzkolben. Altersgemäß gebrauchter Zustand, Mechanik funktioniert. Bitte besichtigen. L. 129 cm
Das Luntenschloss ist die älteste Zündung der Handfeuerwaffen: Die glimmende Lunte sitzt im Luntenhahn und wird über den mit dem Abzug verbundenen Hebel auf das Zündkraut in der Pfanne gedrückt. In Europa war dieses System vom 14. bis ins 17. Jh. bei Arkebusen und Musketen in Gebrauch, bis Radschloss und Steinschloss es verdrängten und sich das Steinschloss um 1700 durchsetzte. Der Nachbau nimmt mit dem schweren Achtkantlauf und dem breiten Fischschwanzkolben die Form der Infanteriewaffen jener Zeit auf.