Steinschlosspistole nach britischem New Land Pattern, wohl Ostindien-Kompanie, Schloss datiert 1816
Steinschlosspistole nach britischem New Land Pattern, wohl Fertigung für die Ostindien-Kompanie. Runder Eisenlauf, Kaliber 17 mm, mit schwer lesbarer Punze, wohl „J“ oder „5“, dazu nicht mehr bestimmbare Marken. Schloss mit flacher Schlossplatte, Ringhalshahn, erhöhter Pfanne und Batterie; auf dem Schlossplattenschwanz die eingeschlagene Jahreszahl „1816“; unterhalb der Pfanne schwach lesbare Marken, wohl Krone, darunter „1“, „OO“ sowie „R“ und wohl „T“. Vollschaft aus braunem Holz mit eisernem, ergänztem Schwenkladestock, das Gelenk am Mündungsende. Die Beschläge aus Messing: Abzugsbügel, S-förmige Schlossgegenplatte und flache Kolbenkappe mit zwei Schrauben und der Aussparung für den fehlenden Fangriemenring. Mechanik nicht funktionsfähig, Metall mit narbiger Alters- und Gebrauchsoberfläche, der Ladestock verrostet, er rutscht aus der Halterung, da die Endkappe fehlt, die Schlagfeder ermattet. L. 38 cm.
Das New Land Pattern wurde 1802 für den britischen Dienst eingeführt; Schwenkladestock und erhöhte, halbwasserdichte Pfanne waren die technischen Neuerungen dieser Pistolengeneration, das Kaliber .65 Zoll der Vorgängermuster blieb erhalten. Die Pistolen der Ostindien-Kompanie (East India Company), die in Indien eine eigene Armee unterhielt, folgen diesem Muster, unterscheiden sich aber durch die flache Kolbenkappe mit Fangriemenring, die nur bei diesem Kompaniemuster vorkommt; ihre Schlösser tragen unter der Pfanne eine gekrönte Ziffer und auf dem Schlossplattenschwanz die Jahreszahl. Beim Steinschloss schlägt der im Hahn eingespannte Feuerstein gegen die Batterie, der Funkenregen entzündet das Pulver in der Pfanne. Als Steinschlosswaffe mit Modelljahr vor 1871 ist die Pistole nach dem Waffengesetz erlaubnisfrei und an Personen ab 18 Jahren abzugeben.