Türkisches Perkussionsgewehr, Militärgewehr, Vollschaft, vier Laufbänder, Stempel „IAC 764“, 19. Jh.
Eisen und Holz, vollgeschäftetes Perkussionsgewehr, Militärgewehr, Vorderlader, Türkei, 19. Jh., Kaliber 19 mm. Rundlauf, am Ansatz die eingeschlagene Beschriftung „IAC 764“, Vollschaft mit vier Laufbändern, zwei messingfarben und zwei eisern, auf der Gegenseite ein langer silberfarbener Schaftbeschlag. Perkussionsschloss mit flacher, hinten gerundeter Schlossplatte, Hahn, Piston, eiserner Abzugsbügel, Kolbenhals mit kantig abgesetztem Rücken, auf der Kolbenseite silberfarbener Kolbenkastendeckel mit schlüssellochförmigem Ausschnitt. Altersgemäßer Zustand, Mechanik funktioniert, das Kolbenende mit sichtbarer Fuge angesetzt. L. 144 cm
Das Perkussionsschloss beruht auf dem 1807 von Alexander John Forsyth patentierten Zündhütchensystem: Der Hahn schlägt auf das Zündhütchen auf dem Piston und entzündet so die Ladung. Diese Zündung löste im 19. Jh. das Steinschloss ab und blieb bis zum Aufkommen der Hinterlader um die Mitte des 19. Jhs. in Gebrauch. Der Kolbenkastendeckel mit Schlüssellochausschnitt verschließt das Fach im Kolben, in dem Pflaster und Zündhütchen mitgeführt wurden. Die vier Laufbänder über den Vorderschaft und der kantig abgesetzte Kolbenhals prägen die Erscheinung dieses osmanischen Perkussionsgewehrs.