Konvolut Ersatzteile für Waffen, wohl Zündhütchenzange, Gießzange, Diopter, Schlossteil, Griffstück
Metall und Holz, Konvolut Ersatzteile, fünf Teile: 1) wohl Zündhütchenzange zum Wiederladen von Patronenhülsen, zwei Schenkel und mittiger, winkelförmiger Hebel auf dem Gelenkbolzen, kantige Backen, in einer eine runde Bohrung für die Hülse, in der anderen eine Schraube. 2) Gießzange mit länglicher Hohlform für ein Langgeschoss mit Rillen, lange schlanke Schenkel. 3) Diopter, schwarz, Montagearm mit zwei geränderten Klemmschrauben, Verstellblock mit zwei geränderten Stellrädern, oben Scheibe mit Zapfen und zwei Stiften. 4) Schlossmechanismus, wohl Luntenschloss, mit langem gebogenem Federarm mit Knauf, Platte mit Schrauben, Klemmbacken mit Klemmschraube und zwei gebogenen Dornen. 5) Griffstück einer Pistole, wohl Scheibenpistole, Rahmen mit Bohrung, S-förmig geschweifter Abzugsbügel mit Fingersporn, Holzgriffschale mit Rautenschnitt und angelenkter Hebel mit Haken, mit Flugrost.
Zündhütchenzangen dienten Schützen um 1900 zum Selberladen von Munition: Die Patronenhülse sitzt in der Bohrung der Zangenbacke, und über den mittleren Hebel wird ein Dorn bewegt, der das verbrauchte Zündhütchen entfernt, bevor ein neues eingesetzt wird. Das Wiederbefüllen von Patronenhülsen war im 19. und frühen 20. Jh. bei Privatleuten aus wirtschaftlichen Gründen verbreitet. Gießzangen sind zweischenklige Werkzeuge aus Eisen, in deren Backen Hohlformen sitzen, in die flüssiges Blei zu Geschossen gegossen wurde. Mit ihnen versorgte sich der Schütze vor der industriellen Patronenfertigung selbst mit Munition für den Vorderlader. Das Diopter ist die hintere Visiereinrichtung einer Waffe: Anstelle der Kimme sitzt eine höhen- und seitenverstellbare Platte mit einer sehr kleinen Durchblicköffnung, häufig auch eine Irisblende, die sich an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen lässt. Beim Luntenschloss hielt ein Luntenhalter, der sogenannte Hahn, die glimmende Lunte, die ein mit dem Abzug verbundener Hebel auf das Pulver in der Pfanne drückte. In Europa war diese Zündung vom 14. bis zum 17. Jh. in Gebrauch, in Japan blieb sie bei Kurz- und Langwaffen bis weit ins 19. Jh. erhalten.