Perkussionsgewehr, Militärversion, Nussbaumschaft, Kal. 18 mm, „8/12“, wohl 19. Jh.
Eisen und Nussbaum, vollgeschäftetes Perkussionsgewehr, Militärversion, Vorderlader, wohl 19. Jh., Kaliber 18 mm. Rundlauf mit Korn, auf der Laufoberseite am Ansatz die Prägenummer „8/12“ zwischen punktierten Kreisornamenten, Nussbaumvollschaft bis zur messingfarbenen Vorderschaftkappe, zwei messingfarbene Laufringe, am vorderen Ring Riemenbügel, eiserner Ladestock mit Trompetenkopf unter dem Lauf. Perkussionsschloss mit flacher, hinten gerundeter Schlossplatte, Hahn mit gebogenem Daumenstück, Piston, eiserner Drahtabzugsbügel, Kolbenhals gewaffelt, zweiter Riemenbügel am Kolben. Altersgemäß gebrauchter Zustand, Mechanik nicht funktionsfähig, am Hahn vorn ein Stück ausgebrochen, hinterer Teil des Laufs rostnarbig. L. 139,5 cm
Das Perkussionsschloss geht auf die 1807 von Alexander John Forsyth patentierte Zündung mit schlagempfindlichem Zündpulver zurück, in den späten 1810er Jahren kam das Zündhütchen hinzu: Der Hahn schlägt auf ein Zündhütchen auf dem Piston, dessen Funke die Ladung im Lauf entzündet. Damit entfielen Feuerstein und Batterie des Steinschlosses, und die Zündung wurde wetterfester. Ab der Mitte des 19. Jhs. verdrängten Hinterlader wie das Zündnadelgewehr und das Chassepotgewehr die Perkussionsvorderlader aus den Armeen. Das vorliegende Gewehr mit Laufringen und Riemenbügeln folgt der Bauform der militärischen Vorderlader dieser Zeit.