Afghanisches Steinschlossgewehr Jezail, Nussbaumschaft, Perlmutteinlagen, Messingbänder, 19. Jh.
Eisen, Nussbaum, Messing und Perlmutt, Jezail, Steinschlossgewehr, Afghanistan, 19. Jh., Kaliber 17 mm. Sehr langer Rundlauf mit Querrillen am Ansatz, Nussbaumvorderschaft mit Perlmutteinlagen in Reihen zwischen Messingbändern. Steinschloss mit gerundeter Schlossplatte, Hahn mit Feuerstein in Lederpolster, Batterie, Batteriefeder und Pfanne, geschweifter eiserner Abzugsbügel, auf der Gegenseite Perlmutteinlagen im Messingrahmen. Stark gebogener Kolben mit Perlmuttplättchen in Reihen zwischen genagelten messingfarbenen Streifen, Rosetten aus Perlmutt, messingfarbener Zierplatte und rundem Holzabschluss. Altersgemäßer Zustand, der Lauf leicht rostnarbig, Mechanik funktionsfähig. L. 176 cm
Das Jezail ist das lange Gewehr Zentralasiens und Britisch-Indiens, im 19. Jh. vor allem der Paschtunen Afghanistans. Sein stark gebogener Kolben wurde von der Schulter oder beim Reiten nahe dem Abzug gehalten; die Schäfte sind reich verziert. Mit einer Reichweite von etwa 400 Yards trug das Jezail weiter als die britische Brown Bess mit ihren 150 Yards, was ihm im Ersten und Zweiten Anglo-Afghanischen Krieg und beim Rückzug der Briten aus Kabul 1842 seinen Ruf einbrachte. Die Perlmuttplättchen in Reihen und die Rosetten am Kolben gehören zum Schmuck der besser ausgestatteten Stücke.