Ledereimer, wohl Feuerlöscheimer, mit Brandstempel, messingfarbenen Nieten und Tragebügel
Leder und Metall. Eimer, wohl Feuerlöscheimer, in konischer Form, die senkrechte Seitennaht mit aufgenietetem Streifen gedeckt, eingesetzter Boden, unten ein umlaufender vernieteter Fußreif. Breite Randverstärkung mit zwei umlaufenden Reihen messingfarbener Nieten mit Scheibe. Tragebügel aus mehrlagig vernieteten Riemen, beidseitig mit großer Rundkopfniete am Rand befestigt. Auf der Wandung unterhalb des Randes ein dunkler, nicht lesbarer Brandstempel. Altersgemäß guter Zustand. H. 30 cm, oben D. 24 cm.
Lederne Löscheimer, auch Feuereimer genannt, gehörten spätestens seit dem 17. Jh. zu den Hilfsmitteln der Brandbekämpfung; das pflanzlich gegerbte Leder wurde mit Pech, Wachs und Öl abgedichtet. Verordnungen legten fest, wer solche Eimer zu halten hatte und wo sie aufzubewahren waren. In der Pfalz musste nach Anordnungen von 1772 jeder Hauswirt einen ledernen Feuereimer mit seinem Namen bereithalten, und wer heiraten oder als Untertan aufgenommen werden wollte, hatte den Gemeindeeimern einen neuen, mit Jahreszahl und Namen versehenen Eimer zu liefern. Im Brandfall reichten die Nachbarn die gefüllten Eimer in einer Eimerkette vom Wasser zum Feuer, bis die Feuerwehr mit ihren Handdruckspritzen eintraf. Weil die Ledereimer dabei durch viele Hände gingen, trugen sie Namen, Initialen oder Wohnort des Besitzers oder den Standort der Feuerwehr, damit jedes Stück nach dem Löschen rasch zugeordnet werden konnte. Mit der Verbreitung der Feuerlöscher verlor der Löscheimer an Bedeutung.