Berbergewehr Moukahla, Nordafrika, Schnapphahnschloss, Messingbänder und Kolbenplatten, wohl 19. Jh.
Eisen, Holz und Messing, Berbergewehr Moukahla, Steinschlossgewehr mit Schnapphahnschloss, Nordafrika, wohl 19. Jh., Kaliber 14 mm. Sehr langer Lauf, Laufansatz mit silberfarben belegtem Beschlag, Vorderschaft mit vielen Messingbändern, Riemenbügel. Schnapphahnschloss mit Hahn mit Feuersteinklemme, Batterie an eigenem Arm mit außen liegender Batteriefeder, getrenntem Pfannendeckel und eiserner Schlossplatte mit Ritzdekor, messingfarbener Abzugsbügel, auf der Gegenseite großes Messinggegenblech über die ganze Schlosslänge. Dreieckig ausgestellter Kolben, beidseitig mit geschraubten Messingrahmenplatten belegt, silberfarbener Beschlag am Kolbenrücken. Altersgemäßer Zustand, Lauf und Schloss rostnarbig, hinter dem Lauf ein Riss im Schaft, Mechanik nicht funktionsfähig, der Abzug löst nicht aus. L. 162 cm
Die Moukahla ist die Muskete Nordafrikas, die vom 17. bis ins frühe 20. Jh. in Marokko, Algerien und Tunesien von vielen Stämmen gebaut wurde und die Hauptwaffe der Heere des Maghreb war. Ihre Zündung ist entweder ein Schnapphahnschloss nach niederländisch-englischem Vorbild oder ein Miqueletschloss. Das Schnapphahnschloss entstand in den 1550er Jahren; kennzeichnend ist die Batterie an einem eigenen Arm, getrennt vom Pfannendeckel. In Europa wurde es um 1680 vom französischen Steinschloss abgelöst, in Nordafrika und im Nahen Osten blieb es weiter in Gebrauch. Die Laufbänder dieser Musketen bestehen aus Eisen, Messing oder Silber.