Steinschlossbüchse um 1760, geschnitzter Schaft, Messingbeschläge, Gegenblech in Drachenform
Eisen, Holz, Messing und Bein, Steinschlossbüchse, Vorderlader, um 1760. Langer runder Lauf, am Ansatz mit Längsrillen kanneliert, Vollschaft mit Vorderschaftkappe aus Bein, Ladestock unter dem Lauf, Riemenbügel am Vorderschaft. Steinschloss (Batterieschloss) mit hinten spitz zulaufender Schlossplatte, Hahn mit Feuersteinklemme, Batterie mit Batteriefeder und Pfanne, der Schaft um Schloss und Schwanzschraube mit erhaben geschnitztem Rahmen und Rankenwerk, Kolbenhals mit geschnitzter Rocaille, auf der Gegenseite figürliches Gegenblech aus Messing in Form eines Drachen, gehalten von zwei Schlossschrauben, Abzugsbügel aus Messing, Kolbenkappe aus Messing, Kolben mit geschnitztem Rankendekor. Mechanik funktioniert, Risse am Kolbenhals. L. 130 cm
Das Steinschloss, auch Batterieschloss genannt, trat in Europa um 1680 an die Stelle des Schnapphahnschlosses und blieb bis ins frühe 19. Jh. die verbreitete Zündung der Feuerwaffen: Der Feuerstein im Hahn schlägt an die stählerne Batterie, die Funken entzünden das Zündkraut in der Pfanne. Erst die 1807 von Alexander John Forsyth patentierte Perkussionszündung mit schlagempfindlichem Zündpulver, ab den späten 1810er Jahren mit Zündhütchen, löste es ab. Das Gegenblech auf der dem Schloss abgewandten Seite nimmt die Schlossschrauben auf; hier ist es als Drache gearbeitet statt als geschweifte Platte. Die Schnitzerei mit Rahmenwerk um das Schloss und Rocaille am Kolbenhals macht diese Büchse zu einem Vorderlader mit aufwendig verziertem Schaft.