Französischer Kavallerie-Säbel Modell 1822 mit Messingbügelgefäß und Eisenscheide, Châtellerault
Stahl und Messing, gegossenes Messingbügelgefäß mit vier Spangen. Holzgriff, Drahtwicklung fehlt. Einseitig gekeilte, leicht geschwungene Klinge mit Hohlkehle, auf dem Klingenrücken teilweise schwer lesbare Gravur „…de Châtellerault", wohl „Manufacture d'armes de Châtellerault". Eisenscheide mit zwei beweglichen Trageringen. Auf dem Parierbügel Inspektionsstempelung „2042". Insgesamt guter, getragener Zustand mit gleichmäßiger Patina. Gesamtlänge 115 cm, Klingenbreite 4,5 cm, Klingenlänge 103 cm.
Der Säbel Modell 1822 wurde am 18. Januar 1822 als Standardwaffe der französischen leichten Kavallerie eingeführt und ersetzte die Vorgängermodelle An IX und An XI. Die geschwungene Klinge, als „Lame Montmorency" bekannt, galt als gleichermaßen effektiv für Hieb und Stich. Das M1822 rüstete Husaren, Chasseurs à cheval, Ulanen, Spahis und berittene Artillerie aus. Die Manufacture d'armes de Châtellerault, 1819 per königlichem Dekret gegründet, übernahm die Produktion nach der schrittweisen Schließung der Manufacture royale du Klingenthal (Beschluss ab 1830, endgültige Verlagerung bis 1838). Die Stempelung „2042" auf dem Parierbügel ist wohl eine Arsenal- oder Regimentsnummer. Der Säbeltyp diente in den Kriegen in Algerien, auf der Krim, im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und im Ersten Weltkrieg. 1883 wurde eine Modifikation eingeführt (M1822-1883), bei der die Klinge begradigt und auf 87 cm verkürzt wurde.