79. Auktion


Los 129
Limit: 160 €

Studentischer Bierkrug der Zahnärztlichen Verbindung Hercynia zu Berlin, um 1900

Außergewöhnlicher studentischer Walzenkrug aus farblosem, mundgeblasenem Glas mit Zinnmontur und fein bemaltem Porzellandeckel. Das zentrale Motiv des Deckels präsentiert das detailreiche Vollwappen der Zahnärztlichen Verbindung Hercynia zu Berlin, gegründet am 7. Juli 1888. Der viergeteilte Wappenschild zeigt heraldische und fachspezifische Symbolik: Auf grünem Grund den Äskulapstab als klassisches Zeichen der Medizin und Zahnmedizin sowie auf schwarzem Grund einen Totenkopf mit gekreuzten Knochen als Memento-Mori-Symbol und Hinweis auf die anatomischen Studien. Ergänzt werden die Felder durch das Gründungsdatum „7. VII. 1888“ und das Symbol des Treue-Handschlags in einem Kreis. Mittig belegt ist das Wappen mit einem Herzschild in den Farben Schwarz-Gold-Grün, der den Zirkel der Verbindung zeigt. Über dem Schild thront ein Stechhelm mit grün-goldenen und schwarz-goldenen Helmdecken sowie einer dreifarbigen Helmzier aus Straußenfedern. Die Wahlsprüche rahmen das Wappen: oben „Hercynia sei's Panier!“ und unten „Amicitia, scientia, honor!“ (Freundschaft, Wissenschaft, Ehre). Als Daumenrast dient eine plastisch ausgearbeitete Wappen mit Helmzier. Der gläserne Korpus ist schlicht gehalten. Altersgemäß guter Zustand, Glas ohne Risse. 18x8,5 cm (HxD)

Die Zahnärztliche Verbindung Hercynia zu Berlin war eine seltene Fachverbindung, die sich speziell an Studenten der Zahnmedizin richtete. Im Gegensatz zu den großen Allgemeinverbindungen pflegte sie explizit den fachlichen Austausch, was sich in der spezifischen Heraldik (Äskulapstab, Totenkopf) widerspiegelt. Objekte dieser fachspezifischen Korporationen sind deutlich seltener als die klassischer Corps oder Burschenschaften.


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