Studentischer Bierkrug der Pharmazeutischen Verbindung Cheruscia Berlin, Widmung 1884
Studentischer Bierkrug der Pharmazeutischen Verbindung Cheruscia Berlin, Widmung 1884 Klassischer studentischer Facettenkrug aus farblosem Glas mit Zinnmontur und fein bemaltem Porzellandeckel-Einsatz. Das Deckelmotiv zeigt das von zwei stofflich drapierten Fahnen flankierte Vollwappen der Pharmazeutischen Verbindung Cheruscia zu Berlin. Der geviertelte Wappenschild beinhaltet: oben links den aufsteigenden Berliner Bären (Ortsbezug), oben rechts den Treuehandschlag aus Wolken (Fides), unten links den Äskulapstab auf grünem Grund (Symbol für Pharmazie und Medizin) sowie unten rechts zwei gekreuzte Schläger im Lorbeerkranz. Im Kranz befindet sich das Gründungsdatum „1. 12. 59“, direkt darunter das Datum „2. 2. 75“. Der Herzschild zeigt den Zirkel der Verbindung. Über dem Wappen thront ein Stechhelm mit rot-blau-grünen Helmdecken und einer entsprechenden Helmzier aus Straußenfedern. Der Wahlspruch „Cheruscia sei’s Panier!“ rahmt die Szenerie oben ein. Als Daumenrast dient ein plastischer Adler. Im Deckelinneren befindet sich die kalligrafische Widmung: „G. König (F.M.) F.W. x. s/l. Leibf. (seinem lieben Leibfuchsen) M. Gottschalk z. frdl. Erg. (zur freundlichen Erinnerung) W.S. 1883/84.“ Der Glaskorpus ist facettiert geschliffen. Der Zustand ist altersgemäß gut, die Zinnmontur ist dunkel patiniert. 17,5x8,5 cm (HxD)
Dieser Krug ist ein frühes Stück der Pharmazeutischen Verbindung Cheruscia Berlin. Der Äskulapstab im Wappen verweist explizit auf die fachliche Ausrichtung der Mitglieder. Das Gründungsdatum 1. Dezember 1859 sowie das zweite Datum 2. Februar 1875 (möglicherweise ein Fusions- oder Publikationsdatum) sind historisch signifikant. Der Stifter G. König zeichnet mit den Kürzeln „(F.M.)“ für Fuchsmajor und einem „x“ am Ende für Senior. Dies deutet darauf hin, dass er zum Zeitpunkt der Schenkung oder kurz zuvor diese hohen Ämter bekleidete. Die Datierung ins Wintersemester 1883/84 macht das Objekt zu einem interessanten Stück der späten Kaiserzeit-Studentika.