Offizierssäbel des Dritten Reichs mit Messinggefäß, Eichenlaubdekor und Adler
Stahl, Messing, Pertinax und Drahtwicklung. Offizierssäbel der Wehrmacht (Heer) mit D-förmigem Messingbügelgefäß. Der Reichsadler mit ausgebreiteten Schwingen auf der Gefäßzunge, darunter das Hoheitszeichen. Der Griffbügel trägt beidseitig reliefiertes Eichenlaubdekor, die Daumenauflage am Bügelansatz mit floraler Ornamentik. Schwarzer Pertinaxgriff mit silberfarbener Drahtwicklung. Leicht geschwungene Klinge. Schwarzlackierte Stahlscheide mit einem beweglichen Tragering und gerundetem Ortband. Klinge in sehr gutem Zustand, Drahtwicklung gleichmäßig und weitgehend intakt, Originallackierung der Scheide mit leichten Gebrauchsspuren. Ohne Hersteller. Gesamtlänge 95 cm, Klingenlänge 76 cm.
Der Offizierssäbel mit Reichsadler und Eichenlaubdekor am D-förmigen Bügelgefäß war das Repräsentationsseitengewehr der Offiziere des Heeres der deutschen Wehrmacht. Das Muster geht auf die Reichswehr-Tradition zurück und wurde mit der Gründung der Wehrmacht 1935 fortgeführt. Die Fertigung erfolgte durch renommierte Solinger Hersteller: Carl Eickhorn (Stahlwarenfabrik, gegründet 1865), WKC (Weyersberg, Kirschbaum & Cie., seit 1883), Paul Weyersberg & Co. (gegründet 1840) oder Alcoso (Alexander Coppel Solingen). Der Pertinaxgriff – ein unter Hitze und Druck verpresstes Phenolharz-Schichtmaterial – löste ab Mitte der 1930er Jahre zunehmend die zuvor üblichen Celluloid- und Holzgriffe ab und zeichnet sich durch hohe Witterungsbeständigkeit aus. Ohne Herstellerbezeichnung sind solche Säbel wohl der späteren Kriegsproduktion (ab ca. 1940) zuzuordnen, als die Kennzeichnungspflicht vereinfacht wurde.